Niederrodenbach

 
 

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2 Monate Indien - der Beginn meiner Reise

Im vergangenen September haben wir unsere Obermessdienerin Anna Scholl in ein Auslandsjahr verabschiedet, das sie zuerst in eine Familie nach Australien führte. Jetzt ist Anna in Indien angekommen und lernt in der Obhut der Ordensschwestern des Ordens Soeurs de St.Joseph de Lyon deren vielseitige Arbeit für Kinder, Familien, Frauen und Kranke kennen.

Folgenden Bericht über ihre ersten Wochen hat sie uns geschickt:


Hallo aus dem weit entfernten Indien!

Nun bin ich in Indien angekommen und möchte meine Erfahrungen gerne mit unserer Gemeinde teilen.

Indien ist im Gegensatz zu Deutschland ein sehr buntes und hektisches Land, was man auf den Straßen immer wieder zu spüren bekommt und was mich auf dem Weg zu den „Sisters of St. Joseph of Lyon“   in Usilampatti erst einmal überwältigte. In meinem neuen Zuhause angekommen, wurde ich sehr herzlich aufgenommen und fühle mich auch bis jetzt sehr wohl. Die Schwestern bereiteten einen ausgeklügelten Plan für mich vor, damit ich möglichst viel von ihrer Arbeit mitnehmen kann. Leider hat es mich die ersten 3 Tage erwischt und ich konnte erst am Montag vollständig in das Experiment Indien starten.

Für mich ging es also früh am Morgen in eine Grundschule, in welcher eine der 4 Schwestern als Lehrerin tätig ist. Da wir uns am Ende des Schuljahres befinden, wurde mir sofort die Ehre zuteil, allen Schulkindern eine Medaille für gute Leistungen in diesem Jahr zu überreichen. Auch hier wurde ich wieder mit offenen Armen empfangen, was die Entfernung von Zuhause ein wenig kleiner macht. Die nächsten Tage wurde mir die Schule ausführlich gezeigt und ich bekam mehrfach die Möglichkeit, mit den Kinder Englisch zu üben oder Tänze vorgeführt zu bekommen. Besonders die ganz Kleinen sind mir dabei schnell ans Herz gewachsen und zaubern mir jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht, wenn sie mich am Morgen mit „Good morning, sister“ begrüßen.

Ein weiterer Aufgabenbereich der Schwestern ist es, Frauengruppen rund um Usilampatti zu betreuen und mit ihnen gemeinsam Projekte aufzubauen, die den Frauen neue Hoffnung schenken. Sie bieten außerdem Nähkurse für Frauen an, damit sie sich so Geld dazu verdienen können.   Wir besuchen regelmäßig die einzelnen Gruppen in ihren Heimatorten, und ich bekomme so einen guten Einblick in das Leben in Indien. Die Frauen, die in solchen Gruppen vertreten sind, haben häufig schlechte Erfahrungen mit ihren Ehemännern gemacht und sind teilweise auf sich alleine gestellt. Die Schwestern versuchen durch das Projekt der Frauengruppen, den Frauen deutlich zu machen, dass sie mehr wert sind und sich das Kämpfen lohnt. Diese Message ist eine sehr wichtige und ich denke, es ist immer noch sehr wichtig, Frauen auf der ganzen Welt zu stärken und ihnen deutlich zu machen, dass sie gleichwertig sind und ihr Leben auch alleine meistern können.

Am Samstag ging es dann für mich zum ersten Mal nach Suhalaya, dem Kinderheim, welches von unserer Kirchengemeinde unterstützt wird. Zusammen mit einer der Schwestern und allen Mädchen besuchten wir eine Hühnerfarm und hatten eine Menge Spaß. Danach wurde ich natürlich von den Kindern beschlagnahmt und mir wurde ein wenig gezeigt, wie indische Tänze funktionieren.

Mein erster Eindruck von Indien wurde auf jeden Fall bestätigt. Es ist ein buntes und hektisches Land, aber auch ein sehr herzliches und jeden willkommenheißendes   Land. Deshalb bin ich gespannt, was die nächsten Wochen für mich bereithalten.

Anna Scholl

 


Scheck-Übergabe an Mädchenschule

Im Rahmen ihres Aufenthalts überreichte Anna im Namen unserer Pfarrgemeinde einen Scheck an die Direktorin der St. Mary’s-Highschool. Diese reine Mädchenschule für mehr als 3000 Schülerinnen und 600 Internatskinder, ebenfalls in der Trägerschaft des Ordens Soeurs de St.Joseph de Lyon, bat uns bei unserem Besuch im Februar um Hilfe. Die Schule benötigt dringend eine neue Toilettenanlage, um ihren Schülerinnen hygienische Bedingungen bieten zu können. So haben wir gerne den Betrag von 3.000,- € von unserem Indien-Konto zur Verfügung gestellt, um einen Beitrag zu diesem Neubau zu leisten.

Bildung – insbesondere für Mädchen –   und Hygiene sind fundamental für die Verbesserung der Lebenssituation der Menschen in Indien. Es ist schön, dass wir dazu einen Beitrag leisten konnten und durch Annas Aufenthalt in Indien auch noch einen besseren Einblick in die Bedürfnisse und Notwendigkeiten erhalten werden.

An dieser Stelle möchten wir schon jetzt ankündigen, dass uns die Provinzialin des Ordens, Sr. Cecily, im September auf ihrem Weg in das Mutterhaus in Lyon besuchen wird. Am 1. September wird sie in Rodenbach sein und freut sich schon sehr, unsere Gemeinde kennenzulernen. Nähere Informationen folgen dann zeitnah.

Für den Ausschuss Eine Welt

Iris Derse