Niederrodenbach

 
 

Kirchen und Pfarrheime

Gedanken des Monats

 

Liebe Gemeinde,

Ökumenischer Weihnachtsgruß der evangelischen
und der katholischen Kirchengemeinde Rodenbachs

Weihnachten liegt in der Luft!

Ja, Weihnachten liegt in der Luft. Weihnachten lässt sich schmecken und riechen. Weihnachten riecht nach Plätzchen und Bratapfel, nach Tannenzweigen und Kerzenwachs. Der Geruch versetzt viele von uns zurück in unsere Kindheit. Da steigen uns die ganz eigenen Erinnerungen und Düfte der Kindheit in der Nase. Für die eine gehört die knusprig gebackene Gans dazu, für den anderen viele verschiedene Sorten von Plätzchen.

Wie aber wird das vor bald zweitausend Jahren gewesen sein? Als Maria und Joseph aufbrachen in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil ein Gebot von Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Am Ziel angekommen, war kein Platz in der Herberge, nur ein Stall mit Ochs und Esel.

Wie mag das damals gerochen haben? Die Gewürze der Weihnachtszeit - Anis und Kardamom, Muskatnuss, Vanille und Zimt, Organgenschalen und Rosenwasser werden sie nicht als erstes gerochen haben. Viel eher ist Maria und Josef eine Mischung aus Tierdung und Stroh in die Nase gestiegen. Und der Schweiß der Geburt hing Maria in den Kleidern. Keine Wohlgerüche des Orients, sondern der Geruch der Wirklichkeit. Es riecht nach dem Alltag der kleinen Leute.

In diesen Geruch der Gewöhnlichkeit kommen die Weisen aus dem Morgenland… ob zu Kamel oder Pferd… auf jeden Fall hoch zu Ross. Sie beugen die Knie vor diesem Kind in der Krippe. Und sie bringen wertvolle Geschenke mit: Gold und Weihrauch und Myrrhe. Sie bringen die Wohlgerüche des Orients in den Stall.

Ja, Weihnachten liegt in der Luft, wenn sich die Gerüche der Macht vor dem Geruch des Lebens beugen. Mit der Geburt des Gotteskindes im Stall zu Bethlehem verschieben sich die Maßstäbe in unserer Welt.

Mag sein, dass dies nicht jedem schmeckt. Mancher wird die Nase rümpfen, der meint, Chanel Nr. 5 wäre der Geruch des Lebens oder der mit Febreze die eigene Nase und seine Seele belügt. Aber für die, die tagtäglich den Geruch des Lebens atmen, ist es eine Befreiung.

Das Gotteskind in der Krippe lässt uns frei durchatmen. Er befreit von Angst, Sorge und Schuld. Er lässt uns gemeinsam den Duft des Friedens atmen, der allen Hass und alle Gewalt überwindet. Und wir schmecken die Liebe, die Versöhnung stiftet.

Ja, Weihnachten liegt in der Luft, wenn wir unsere Nasen öffnen für den Geruch des Lebens, der mit dem Gotteskind in die Welt kommt. Und so befreit können wir uns gemeinsam auch all die Leckereien gönnen. Mit Anis und Kardamom, Muskatnuss,Vanilleund Zimt, Organgenschalen und Rosenwasser. Sie sind uns ein Vorgeschmack auf die Herrlichkeit Gottes, die wir erwarten.

Ein gesegnetes Weihnachtsfest und

ein gesundes neues Jahr wünschen Ihnen

die katholische und evangelische

Kirchengemeinde in Rodenbach

Pater James, Pfarrerin Lisa Henningsen und Pfarrer Heinrich Schwarz