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Gedanken des Monats

 

Abschied von Rodenbach


Es fällt mir schwer,

liebe Pfarrfamilie und Freunde, liebe Rodenbacher, diese Abschiedszeilen zu schreiben.

 

„Alles hat seine Zeit“, so heißt es im Alten Testament:

froh sein und trauern, pflanzen und ausreißen, lieben und hassen - und auch Kommen und Gehen.

Für mich ist es jetzt „time to say good-bye“; Zeit, Abschied zu nehmen von Rodenbach und der Gemeinde, die mich vor 11 Jahren so gut aufgenommen hat und die ich lieb gewonnen habe, die mir wirklich eine Heimat geworden ist. Sicher wird es kein leichter Abschied sein.

Ich habe versucht, nicht nur Pfarrer für Rodenbach zu sein, sondern mit den Menschen hier zu leben; als Teil der Kommune, deren Bürger ich ja auch bin, mit den Gruppen und Organisationen. Ich habe Freude und Leid mit den Menschen im Ort geteilt, viele aus der Kirchengemeinde und auch darüber hinaus kennen- und schätzen gelernt und Freunde gefunden.

 

Mir waren die Begegnungen mit Ihnen, liebe Gemeindemitglieder, das Wichtigste. Unglaublich viele Begegnungen bei den unzähligen Geburtstagsbesuchen, den Hochzeits-, Trauer- und sonstigen Seelsorgesprächen. Wie viele Tränen sind da geflossen, wie viel Leid und Schweres gab es mit auszuhalten und vor Gott zu bringen, wie oft durfte ich mich mit Ihnen auch freuen und Glück und Dank teilen.

Persönliche Begegnung untereinander, die zu Gemeinschaft führt - Verbindungen zwischen Menschen schaffen für eine familiäre Atmosphäre in der Gemeinde und in dieser Gemeinschaft dann Gott in der Liturgie begegnen – das war immer mein Ziel.

„Neue Verbindungen schaffen für den Anbruch einer neuen Welt“ – diesen meinen Primizspruch habe ich versucht umzusetzen.

 

11 Jahre Pfarrer sein zu dürfen in Rodenbach, waren für mich sehr wertvolle und gefüllte Jahre, in denen sehr viel gewachsen ist. Ich denke, viel mehr als man selbst und als man von außen wahrnehmen kann, denn vieles, und vor allem das Entscheidende, geschieht im Verborgenen. Etwas Gewachsenes abzubrechen, tut weh, aber ist vielleicht auch notwendig, dass Neues wachsen kann. Ich danke Gott, dass er uns diese gemeinsame Zeit geschenkt hat.

Die Zeit der 11 Jahre ist für mich rasend schnell vergangen. Vielleicht ist es gerade die Fülle des Lebens, die die Zeit so schnell verfliegen ließ. Es gab neben dem „normalen“ Dienst so viele Highlights, die wir als Gemeinde zusammen erlebt haben: die Jubiläumsjahre 2012 und 2013 mit den Festprogrammen durch das ganze Jahr, die gemeinschaftsstiftenden Reisen (nicht nur nach Indien), die wachsende Jugendarbeit mit den ganzen Messdienerfamilien, die Kulturveranstaltungen für Usilampatti, mein 20. Priesterjubiläum im vergangenen Jahr, die Renovierung der Pfarrkirche…

 

Immer habe ich versucht, den Rodenbachern ein guter Pfarrer zu sein und meinen Dienst gewissenhaft zu tun – ob das gelungen ist, mögen andere beurteilen. All diejenigen, denen ich etwas schuldig geblieben bin, bitte ich um Verzeihung.

 

Allen, die mich auf meinem Weg und bei meinem Dienst begleitet und unterstützt haben, den zahlreichen Mitverantwortlichen und Freunden sage ich von Herzen Dank; auch unserer Kommune mit unserem Bürgermeister und Freund Klaus Schejna. Ein besonderer Dank geht an meinen Freund Dr. Andreas Rohrbeck für seine wohltuende Begleitung und Unterstützung. Ich danke auch unseren evangelischen Schwestern und Brüdern, besonders Herrn Pfr. Schwarz. Gerne denke ich auch an die gute Zeit mit Pfr. Hermann Wolf zurück.

Danke den Mitgliedern unserer Gremien PGR und VWR, Gruppen und Vereine und vielen anderen. Bewusst nenne ich hier keine Namen, es wären zu viele, die ich aufzählen müsste. Viele haben geholfen beim Versuch, eine lebendige, offene und fröhliche Gemeinde aufzubauen, zu einer Pfarrfamilie zusammenzuwachsen; Gott mag seinen Segen auf alles legen, was wir versucht haben zu tun.

Es macht mich sehr traurig, so viele liebe Menschen und das gewachsene Vertrauen hinter mir zu lassen. Aber es tut mir gut, dass mir in Gesprächen mit Ihnen und euch so viel Dank und herzliche Worte geschenkt werden.

Meine herzliche Bitte ist:

geben Sie, gebt dem, der nach mir kommt, eine faire Chance. Nehmen wir ihn freundlich auf, lassen ihn den eigenen Stil als Pfarrer verwirklichen und Altes - wenn bewährt - bewahren und Neues wagen.

Am 17. und 18. Oktober werde ich mich in den Gottesdiensten von Ihnen allen offiziell verabschieden.

Ich wurde von den Gremien und vom Bistum gebeten, mich bis zur Neubesetzung der Pfarrstelle zum 1. Advent noch kommissarisch um „meine“ Gemeinde zu kümmern, so dass alles seinen geordneten Gang gehen kann. Das werde ich gerne tun.

 

Weil ich schon oft gefragt wurde:

Anstatt eventuell zugedachter Abschiedsgeschenke würde ich mich über eine finanzielle Zuwendung für die Schule meiner Heimatgemeinde Karaikudi sehr freuen. Die Schule gehört zur Pfarrgemeinde, wird von Kindern aller Religionen besucht, verlangt kein Schulgeld und wird von unserem Ortspfarrer geleitet. Sie benötigt dringend einen kleinen Bus für weiter entfernt wohnende Schulkinder und Besorgungsfahrten. Wir waren auf unseren Reisen jedes Mal zu Gast in dieser Schule.

Bildung für alle ist das Allerwichtigste, um Gesellschaften zu verändern, um das Leben für alle zu verbessern. Daher wäre ich sehr froh, wenn demnächst ein Bus mit unserem Gemeindelogo durch meine Heimatgegend fahren würde, der weiteren Kindern den Schulbesuch ermöglicht. Unter dem Stichwort „Schule Indien“ würde ich mich über eine Überweisung auf das Konto der Kath. Kirchengemeinde, IBAN: DE80 5066 3699 0103 0050 03 ,
Raiffeisenbank Rodenbach freuen.

Spendenquittungen können selbstverständlich ausgestellt werden.

 

Also: Danke für alles und Gott befohlen – möge sein Segen unsere Gemeinde St. Peter und Paul weiter begleiten! Ich wünsche Ihnen allen Gottes reichen Segen und vertraue darauf, dass wir im Glauben an Jesus Christus und unter dem Schutz unserer Mutter Maria verbunden bleiben, selbst wenn sich unsere Wege bald trennen werden.


In Gebet und Freundschaft verbunden

Ihr und euer (noch-) Pfarrer Pater James